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Exkurs: Farbräume

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Das Farbmodell (oder auch der Farbraum) ist eine wichtige Grundlage sobald Farbe ins Spiel kommt und dient der genauen Definition einer Farbe. Unter umgangssprachlichen Beschreibungen wie z.B. „Dunkelrot“ oder „Hellblau“ versteht schließlich jeder etwas anderes. Das Farbmodell schafft hier nun eine eindeutige Grundlage, mit deren Hilfe Farben anhand von Codes eindeutig beschrieben werden können und somit hoffentlich immer gleich aussehen.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Modellen unterschieden. Der Hauptunterschied besteht dabei darin, wie Mischfarben erzeugt werden.

  • Additive_FarbmischungZum einen gibt es das sogenannte additive Farbmischmodell. Bei diesem Modell ergeben alle Farben zusammen Weiß, das Fehlen jeglicher Farbe ergibt Schwarz. Mit diesem Modell werden wir täglich konfrontiert, denn alle Lichtfarben basieren darauf. Das uns umgebende Licht enthält alle Farben, die Mischung ergibt entsprechend Weiß. Wer mal im Physik-Unterricht in der Schule einen weißen PrismaLichtstrahl auf ein Prisma gelenkt hat, kennt den Effekt. Der wohl bekannteste Vertreter ist RGB. Im RGB-Raum werden alle Farben aus den drei Grundfarben Rot Grün Blau durch Überlagerung erzeugt. Normalerweise werden RGB-Farben z.B. beim Web-Design als 3×2 Hex-Werte angegeben, somit kann jede Grundfarbe einen Wert zwischen 0 und 255 einnehmen. Die Schreibweise für z.B. ein reines Rot wäre dementsprechend #FF0000.
  • Subtraktive_FarbmischungIm Gegensatz zu den Lichtfarben stehen die Körperfarben. Hierbei handelt es sich um ein subtraktives Farbmischmodell, dass heißt alle Farben zusammen ergeben Schwarz, das Fehlen aller Farben ergibt Weiß. Vor allem im Print-Bereich kommt dieses Modell zum Einsatz. Der bekannteste Vertreter ist CMYK, bei dem die Grundfarben Cyan, Magenta, Yellow und Black verwendet werden.

Da ich mich hauptsächlich mit Beleuchtung und Darstellung auf Monitoren beschäftige, möchte ich noch ein wenig auf die Lichtfarben eingehen. Bei den Lichtfarben gibt es weitere Modelle um eine Farbe eindeutig zu beschreiben.

  1. RGB wurde bereits eingangs erwähnt. Wenn man nun eine Farbe für z.B. eine Hintergrundbeleuchtung des Fernsehers wählen möchte, ist RGB aber nicht besonders gut geeignet. Der Grund ist, dass sich die Helligkeit aus der Summe der drei Farbanteile ergibt (Zur Erinnerung: Alle zusammen ergeben Weiß). Ist einem die gewählte Farbe z.B. zu Rot und man vermindert den Rot-Wert vermindert man auch die Gesamthelligkeit. Um also die gewünschte bei gleicher Helligkeit zu erreichen muss man in der Regel alle drei Werte anpassen.
  2. Eine elegantere und vor allem intuitivere Methode ist das HSV_KegelHSV-Modell. Dabei wird eine Farbe mit den Parametern Farbton (Hue), Sättigung (Saturation) und Helligkeit (Value) eindeutig beschrieben. Durch die getrennte Einstellung der drei Parameter kann deutlich einfacher der gewünschte Farbeffekt erzielt werden. Außerdem kann der Farbton in Form eines Kreises dargestellt und somit durch eine Gradzahl beschrieben werden. Ein kompletter Durchlauf durch den Kreis ergibt einen schönen, gleichmäßigen Farbverlauf über alle Farben, ohne dabei die Helligkeit oder die Sättigung zu verändern. Kommerzielle Produkte nutzen im Normalfall ebenfalls diese Methode. Ein gutes, anschauliches Beispiel ist die Fernbedienung der Philips-LivingColors-Produkte.
Michael Steitz

Hi, mein Name ist Michael. Ich befasse mich schon seit meiner Kindheit mit Technik aller Art (mittlerweile auch beruflich). Ich hoffe der Artikel war interessant für Dich. Für Anregungen,Kritik und Verbesserungen zu meinen Artikeln nutze einfach die Kommentar-Box weiter unten.

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